Die Nymphensittiche stammen ursprünglich aus Australien (das lateinische "hollandicus" stammt von der Bezeichnung "Neuholland", die Australien Anfang des 19. Jahrhunderts trug). Genauer kommen sie aus dem australischen Outback, das zu großen Teilen aus Wüste besteht. Dieser Ort ist gekennzeichnet von Temperaturen bis 50°C und nur seltenen Regenfällen. Sobald der Regen einsetzt und genügend Grün aus den scheinbar abgestorbenen Samenresten sprießt, fangen die Sittiche jahreszeitenunabhängig an zu brüten. Als Höhlenbrüter suchen sich die Vögel einen Nistplatz in Astlöchern.
Die ersten Erwähnungen finden die Nymphensittiche in 1781. Nach Europa kamen die Nymphensittiche um das Jahr 1845, oft wurden sie von reisenden Seeleuten mitgebracht. Zehn Jahre später wurden die Vögel auch in Deutschland gezüchtet. Die Vögel erreichten jedoch selten ein hohes Lebensalter, zu unwissend waren die Züchter bezüglich der Haltungsbedingungen, das feuchte europäische Klima tat sein Übriges. Die Nachfrage nach den Tieren blieb jedoch weiter groß, sodass die australische Regierung im Jahr 1894 den Export der Vögel untersagte.
Inzwischen haben sich die Bedingungen und das Wissen über die Vogelhaltung wesentlich verbessert und die Nymphensittiche sind zu beliebten Haustieren geworden.
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Woher die Bezeichnung Nymphensittich stammt, ist nicht erklärbar, jedoch gibt es eine Annahme: Nymphicus bedeutet im griechischem "mädchenhaft" und beschreibt die Eleganz und Anmut der Vögel, angelehnt an die aus der griechischen Sagenwelt stammenden Nymphen.
Die Vögel wiegen bei einer Größe von durchschnittlich 30 bis 33 cm etwa 100 Gramm. Ihre charakteristischen Haubenfedern sind etwa 5 cm lang.
Wie bei vielen Vogelarten unterscheiden sich Männchen und Weibchen optisch: Der Hahn ist grau und trägt eine gelbe Gesichtsmaske mit leuchtend orange roten Wangenflecken. Die Federn seiner Haube sind im Ansatz gelb. Sein Schwanzgefieder ist auf der Oberseite grau und unten dunkelgrau bis hin zu schwarz. Die Henne dagegen ist eher bräunlich bis grau, ihre Wangenflecken sind blasser als die des Hahns und ihr Schwanz besitzt eine gelb/braungraue Musterung. Beide Geschlechter besitzen auffallende weiße Flügeldecken.
Durch die selektives Züchten der Nymphensittiche aber auch durch Zufall sind im Laufe der Jahre weitere Farbschläge und Kombinationen aufgetreten, die von den Farben der Wildvögel abweichen.
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Die Nymphensittiche verfügen über ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten. Sie sind friedlich, neugierig und wenig aggressiv. Während der Brutzeit jedoch verteidigen sie den Bereich rund um ihren Brutplatz gegen Eindringlinge. Sie bevorzugen das Leben in Schwärmen. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Wasser- und Futterquellen. Es wird deshalb empfohlen, die Tiere mindestens paarweise zu halten, ansonsten vereinsamen sie. Im schlimmsten Fall entwickeln sich die sozialen Tiere zu so genannten "Schreiern". Dieser Schrei dient in der freien Wildbahn bei Einsamkeit als Suchruf nach anderen Nymphensittichen.
Mit Eintritt in die Geschlechtsreife suchen sie sich einen Partner, mit dem sie ihr ganzes Leben lang monogam zusammen sind. Forscher aus den USA haben herausgefunden, dass sich die Vögel in 90 Prozent der Fälle einen Partner suchen, der sie ergänzt: Vorwitzige Vögel suchen sich dabei eher einen schüchternen Gefährten und zänkische suchen ihren Ausgleich bei sanftmütigen Nymphensittichen.
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