Das Hauskaninchen wie wir es heute kennen wird noch gar nicht so lange domestiziert. Die ersten Hauskaninchen wurden nachweislich in den Klöstern Frankreichs zu Beginn des 19. Jahrhunderts gezüchtet, die Jungtiere durften zu Fastenzeiten verspeist werden da sie als fleischlose Nahrung anerkannt waren. Zu dieser Zeit wurden Kaninchen im deutschsprachigen Raum freilaufend in den Ställen der Bauernhöfe gehalten und waren halbwild. Während des Deutsch-französischen Krieges 1870 bis 1871 dringen Deutsche tief in Französisches Staatsgebiet ein und erhielten so Einsicht in die Kaninchenzucht, die Industrialisierung zur Jahrtausendwende hin begünstigte zudem die Entwicklung von Kaninchenzucht in deutschsprachigen Gefilden. Die wachsenden Städte nahmen den Menschen den Platz weg um einfach freilaufende Kaninchen zu halten und so wurde die Käfighaltung der Franzosen adaptiert. Hauskaninchen waren gute Fleischlieferanten mit einer hohen Reproduktionsrate. Bis heute werden Hauskaninchen überwiegend mit den Zuchtmethoden von damals gezüchtet, dabei ist die Einzelhaltung von diesen Tieren für die Psyche sehr schlecht und muss eigentlich als Tierquälerei angesehen werden!
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Es existieren mehr als Hundert verschiedene anerkannte Kaninchenrassen. Einige Haustierkaninchenrassen sind sogar vom Aussterben bedroht! Die verschiedenen Züchterverbände führen diverse Kategorisierungen, diese sind allerdings nur für Züchter von Interesse. Grundlegend lassen sich die Rassen folgendermaßen Kategorisieren:
Großrassen: von 5 kg aufwärts, bis circa 9 kg.
Mittelgroße Rassen: von 3 kg bis 5 kg
Kleinrassen: von 2 kg bis 3 kg
Zwergkaninchen: weniger als 2 kg
Des Weiteren wird nach der Fellart unterschieden.
Kurzhaarrassen (Rex): Haarlänge kürzer als 20mm
Langhaarrassen (Angora): Haarlänge über 40mm
Sollte die Haarlänge zwischen 20 bis 40mm liegen, so ist es ein normales Kaninchen.
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Abgesehen von den verschiedenen rassespezifischen Unterschieden, lassen sich folgende Merkmale Pauschal für alle Hauskaninchen zusammenfassen.
Die Ohren von Haus- und Zwergkaninchen sind um einiges kürzer als die ihrer wilden Verwandten, trotzdem besitzen sie ein außergewöhnlich gutes Hörvermögen. Bei Ohren können vom Kaninchen unabhängig voneinander in alle Richtungen gedreht werden, einzige Ausnahme stellt hier das Widderkaninchen dar. Kaninchen sind in der Lage Tonlagen wahrzunehmen die der Mensch nicht hören kann, dementsprechend empfindlich reagieren Kaninchen auf Lärm.
Die Augen sind seitlich am Kopf des Kaninchens angeordnet, dies ermöglicht es dem Kaninchen ohne Kopfbewegung auch nach hinten zu sehen. Allerdings ist das Sehvermögen sehr stark eingeschränkt, räumliches Sehen ist fast nicht vorhanden und sie können die Farben Rot und Grün nicht voneinander unterscheiden (rotgrünblind). Des Weiteren sind Kaninchen Weitsichtig, wie auch die meisten anderen Fluchttiere.
Kaninchen haben einen ausgesprochen guten Geruchssinn. Markant für die Nase eines Kaninchens ist das so genannte Nasenblinzeln, so wird das ständige hin- und herwackeln der Nase genannt. Ein Kaninchen beschnuppert Gegenstände immer als erstes, der Geruchssinn dient den Tieren auch als Kommunikationsmittel. Hier gibt es verschiedene Methoden, mehr dazu im Abschnitt Verhalten.
Auch Kaninchen besitzen Schnurrhaare (Vibrissen), diese finden sich um den Mund verteilt und über den Augen. Die Vibrissen unterstützen die Augen bei der Orientierung und sind besonders nachts sehr wichtig um sich zu Recht zu finden.
Ständig nachwachsende Nagezähne sind eines der wohl bekanntesten äußerlichen Merkmale von Kaninchen, des Weiteren besitzen sie auch ständig nachwachsende Backenzähne. Die Zähne des Kaninchens sind stark mineralisiert und sorgt somit für die nötige Härte um selbst Holz anknabbern zu können.
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Gleich zu Beginn das Wichtigste: Niemals Kaninchen einzeln halten!
Kaninchen sind, wie ihre wilden Verwandten, Tiere die in Gruppen leben von mindestens zwei Artgenossen. Einzelhaltung schadet der Psyche des Tierchens und muss als Tierquälerei angesehen werden! Beachtet hierzu bitte auch den Link Nie Allein.
Fragen zur Sozialisierung von Kaninchen könnt ihr im Forum mit anderen Mitgliedern und Experten austauschen, eine Pauschale Erklärung hierfür abzugeben erscheint nicht sinnvoll da jedes Tier seinen eigenen Charakter aufweist.
Weitere Grundbedürfnisse umfassen viel Bewegung, Nagen, Graben, Versteckmöglichkeiten, Überblick, Abwechslung als auch Ruhephasen, abwechslungsreiche Nahrung und Heu.
Die physische und psychische Verfassung eines Kaninchens hängt eng mit der Bewegung zusammen. Auslaufmöglichkeiten müssen gegeben sein, umso kleiner der Aufbewahrungsplatz umso mehr Auslauf muss den Tieren gegönnt werden. Als Faustregel gelten, pro Kaninchen mindestens 3m ². Dies sollte allerdings wirklich als Minimum verstanden werden, umso mehr, umso besser.
Im Idealfall ist ein Garten mit Gehege in dem die Tiere nach Herzenslust umher springen können. Artgerechte Wohnungshaltung ist möglich, allerdings sollte hierfür ein ganzer Raum in Betracht gezogen werden in dem die Kaninchen viele Versteckmöglichkeiten und Auslauf haben.
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Kaninchen haben ein sehr komplexes Sozialgefüge und weisen ein großes Revierverhalten auf. So kann sich die Sozialisierung von mehreren Kaninchen sehr komplex gestalten. Beim Zusammenführen von Kaninchen die sich nicht kennen sollte dies auf neutralem Boden - sprich: an einem Platz, den keines von Beiden für sich Beansprucht - oder die komplette Umgestaltung des Geheges helfen. Geschlechtsreife Rammler sollten nie zusammengeführt werden, da dies zu heftigen Kämpfen ausartet, bei denen ohne weiteres auch mal einer verletzt werden kann. Revier- und Rangkämpfe sind normal, auch unter weiblichen Kaninchen. Solange kein Tier zu Schaden kommt sollte nicht eingegriffen werden, die Tiere bestimmen die Rangordnung selbst.
Kaninchen kommunizieren auf unterschiedlichste Art und Weise, dazu zählen zum einen die Duftstoffe, Laute und durch Körpersprache.
Duftstoffe werden in Form von Urin- und Kotmarkierungen abgesetzt. Kaninchen besitzen spezielle Drüsen an Kinn und After, über diese Drüsen wird ein für den Menschen nicht richbares Sekret abgegeben. Wenn ein Tierchen sein Kinn an einem Gegenstand reibt hinterlässt es Spuren dieses Stoffes und der Gegenstand ist somit als Besitz gekennzeichnet. Die Drüse am After umschließt alle ausgeschiedenen Exkremente mit dem Duftstoff und sorgt somit für eine klare Zuordnung - allerdings nur für die Kaninchen selbst.
Die Lautsprache von Kaninchen ist sehr eingeschränkt. Sie klopfen beziehungsweise stampfen mit ihren HInterläufen auf den Boden, um Angst auszudrücken oder Gruppenmitglieder vor Gefahr zu warnen. Ein Kaninchen kann einen schrillen und hohen Schrei von sich lassen, dies machen sie allerdings nur wenn sie Todesangst haben. Als Drohgebährde können sie auch knurren, wie viele andere Tiere, dies allerdings nur sehr leise. Klappert das Kaninchen mit den Zähnen so drückt es höchstes Wohlbefind aus, sollte es allerdings mit den Zähnen knirschen hat das Tier große Schmerzen.
Die Körpersprache der Hoppler ist hoch komplex, der gesamte Körper kommt zum Einsatz und wird von allen Kaninchen verstanden. Das dominierende Tier einer Gruppe lässt sich meist durch einen aufgestellten Schwanz, bei dem die weiße Unterseite zu erkennen ist, ausmachen, sollte ein weiteres Tier der Gruppe seinen Schwanz aufrecht tragen so zweifelt es die Dominanz des Gruppenführers an, im Normalfall folgen Rangkämpfe darauf. Wenn ein Kaninchen beim Rennen Hacken schlägt signalisiert es dem Rest der Gruppe große Gefahr, alle Kaninchen werden umgehend die Flucht ergreifen. Das Beschnuppern des Gegenüber ist eine Kennenlerngeste, der Geruch eines Kaninchens gibt dem anderen Tier alle notwendigen Informatinen, wie zum Beispiel Gruppenzugehörigkeit. Ein Nasenstupser ist ein Begrüßungsakt, das Lecken an anderen Tieren ein Zeichen der Zuneigung.
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Der Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter e. V. (ZDRK) unterscheidet 96 verschiedene Hauskaninchenrassen (Stand: September 2008):
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Deutsche Riesen, weiß
Deutsche Riesenschecken
Deutsche Widder, grau
Deutsche Widder, weiß
Deutsche Widder, grau-weiß
Meißner Widder
Helle Großsilber
Großchinchilla
Mecklenburger Schecken
Englische Widder
Deutsche Großsilber, schwarz
Deutsche Großsilber, blau
Burgunder
Blaue Wiener
Blaugraue Wiener
Schwarze Wiener
Weiße Wiener
Graue Wiener
Weiße Hotot
Rote Neuseeländer
Weiße Neuseeländer
Große Marderkaninchen
Kalifornier
Japaner
Rheinische Schecken
Thüringer
Weißgrannen
Hasenkaninchen rotbraun
Alaska
Havanna
Kleinschecken
Separator
Deutsche Kleinwidder, grau
Deutsche Kleinwidder, weiß
Deutsche Kleinwidder, gesch.
Kleinchinchilla
Deilenaar
Marburger Feh
Sachsengold
Rhönkaninchen
Luxkaninchen
Perlfeh
Kleinsilber, schwarz
Kleinsilber, blau
Kleinsilber, havanna
Kleinsilber, gelb
Kleinsilber, graubraun
Kleinsilber, hell
Englische Schecken, schw.-weiß
Englische Schecken, thürf.-weiß
Englische Schecken, dreif.
Holländer, schw.-weiß
Holländer, japf.-weiß
Holländer , fehfarbig
Lohkaninchen, schwarz
Lohkaninchen, havanna
Lohkaninchen, blau
Marderkaninchen
Siamesen
Schwarzgrannen
Russen
Kastanienbraune Lothringer
Zwergwidder, grau
Zwergwidder, schwarz
Zwergwidder, blau-weiß
Zwergschecken
Hermelin, RA
Hermelin, BlA
Farbenzwerge, grau
Farbenzwerge, weißgrannenf.
Farbenzwerge, russenf. s/w
Farbenzwerge, lohf. schwarz
Satin-Elfenbein
Satin-Schwarz
Satin-Rot
Satin-Thüringer
Chin-Rexe
Blau-Rexe
Weiß-Rexe
Dreifarben-Schecken-Rexe
Dalmatiner-Rexe
Gelb-Rexe
Castor-Rexe
Schwarz-Rexe
Feh-Rexe
Lux-Rexe
Marder-Rexe
Russen-Rexe
Zwerg-Rexe, castorf.
Zwerg-Rexe, dalmatinerf. s/w
Angora, weiß
Fuchskaninchen, farbig
Fuchskaninchen, weiß
Jamora
Zwergfuchskaninchen, weiß
Farbenzwerge, blau
Farbenzwerge, schwarz
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