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Kaninchen, nicht Hase...

Weshalb der Osterhase doppelt kommt...

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Tuesday, 25. March 2008
Autor: Richard Fussenegger

Kaninchen, nicht Hase...

Ein bekanntes Leiden zur Osterzeit ist, dass Ostern mit dem Osterhasen einher geht. Viele Eltern schenken ihren Kindern deshalb zu Ostern ein kleines Hauskaninchen, dabei hat ein Hauskaninchen nichts mit Ostern geschweige mit einem Hasen zu tun. Darüber könnte der Tierfreund eigentlich ja noch hinwegsehen, das Problem ist darin begründet, dass viele Eltern ein junges Kaninchen anschaffen ohne über die Haltung, das Sozialverhalten oder überhaupt irgendetwas über diese Tierchen zu wissen.

Das wohl größte Problem ergibt sich gleich zu Beginn – es wird nur ein Kaninchen geschenkt. Das wohl schlimmste was diesen Tieren angetan werden kann! Wie die Wildkaninchen in freier Natur, so sind auch die Hauskaninchen Gruppentiere, ohne einen Artgenossen sind sie sehr traurig und sterben fast vor Langeweile. Die hinlängliche Meinung, dass es doch ausreichend ist ein Meerschweinchen dazu zu gesellen ist keine Lösung, ein Kaninchen benötigt einen Artgenossen. Katz oder Hund kommt als Partner sowieso nicht in Frage, Kaninchen sind Beutetiere für diese Jäger, deshalb sollten sich – falls beide, oder gar alle drei Rassen, gehalten werden – diese Tiere auch nur unter Aufsicht begegnen.

Hauskaninchen benötigen sehr viel Auslauf, wie ihre wilden Verwandten. Für ein Kaninchen muss ein Platz von circa 3 m² eingeplant werden, nach Möglichkeit sogar noch mehr. Insofern ein Garten vorhanden ist, empfiehlt es sich ein Gehege zu bauen für die kleinen Rammler, dieses sollte abwechslungsreich eingerichtet werden und für das Tierchen überschaubar gestaltet sein. Die Möglichkeit einer reinen Wohnungshaltung ist natürlich nicht unmöglich, als erstes muss eben darauf geachtet werden auch 5 bis 6 m² Platz für ein Gehege zu haben. Sollte der Platz vorhanden sein müssen alle potentiellen Gefahrenquellen wie Elektrokabel entfernt werden, oder zumindest in eine für das Kaninchen nicht erreichbare Höhe verlagert werden. Ansonsten gelten dieselben Regeln wie für ein Außengehege.

Bei einem Gehege im Freien sollten sich kleine überdachte Häuschen befinden, hier kann der Fantasie freier Lauf gelassen werden. Entweder wird ein Käfig gekauft, besser zwei damit jedes Kaninchen seinen eigenen Unterschlupf hat, oder ein Häuschen aus eigenen Mitteln gebaut. Es sollte natürlich darauf geachtet werden, dass diese Rückzugsmöglichkeit der Kaninchen Witterungsfest ist und im Idealfall mit Heu, falls nicht vorhanden Kleintierstreu, dekorieren. Das Heu ist angenehm für die Tierchen und hat den Vorteil, dass die Ausscheidungen nach unten durch rutschen und deshalb nicht so oft gereinigt werden muss. Bei der Haltung in der Wohnung verhält es sich ähnlich.
Ein mehrstöckiges Gebäude ist nicht zu empfehlen beziehungsweise nur dann wenn trotzdem die 5 bis 6 m² freie Fläche zur Verfügung stehen. Die Kaninchen benötigen Platz zum Rennen und Springen, anders als zum Beispiel Meerschweinchen.

Wichtig ist noch zu sagen, dass Katzenstreu unter keinen Umständen zum Einsatz kommen darf! Die Streu wurde ausschließlich für Katzen entwickelt und nicht für Kaninchen, die Rammler würden die Streu beginnen zu fressen und mit großer Sicherheit daran sterben. Katzenstreu enthält chemische Stoffe, diese Stoffe sind für Hasen und Kaninchen tödlich!

Innerhalb des Geheges sollten sich natürlich Futter- und Trinkmöglichkeiten befinden. Empfehlenswert sind hier große und schwere Tonschalen, diese können von den Tierchen nicht umgestürzt werden. Die Größe der Schalen ist abhängig von der Anzahl der Kaninchen, sie sollten alle gleichzeitig trinken und fressen können. Die Nahrung sollte so platziert werden, dass sich nicht ständig Streu oder Heu darin befindet, auch Kaninchen bevorzugen saubere Nahrung. Es gibt auch die Möglichkeit Trinkflaschen zu verwenden, allerdings ist dies nicht unbedingt natürlich für Kaninchen, wir empfehlen auf jeden Fall die Verwendung von Trinkschalen.

Wie viele andere Tiere gewöhnen auch Kaninchen sich an einen bestimmten Platz für ihr Geschäft zu verwenden, dieser sollte täglich gereinigt werden. So auch die Fress- und Wassernäpfe der Tiere, dabei sollte darauf geachtet werden keine Rückstände von Reinigungsmitteln zu hinterlassen. Das Gehege und die Käfige sollten einmal pro Woche gereinigt werden, öfters zu reinigen bedeutet Stress für die Tierchen und ein Gehege das frei von jeglichen Verschmutzungen ist sorgt dafür, dass die Hauskaninchen ein geschwächtes Immunsystem haben.

Die Haltung von Kaninchen ist aufwendig und kann deshalb nicht kleinen Kindern überlassen werden. Ein Hauskaninchen ist kein Osterhase und wenn es schon unbedingt ein Kaninchen zu Ostern sein muss, dann mindestens zwei Artgenossen die auch den Platz zugesichert bekommen der ihnen zusteht.

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