Murgese
Geburtsland
Italien
Ursprünge der Rasse
Anfang der 70er Jahre reiste der Bankier Mauro Aurigi durch die Dörfer um Martina Franca in Murgie. Auf seiner Reise entdeckte er die ausgedehnte Pferdefleischproduktion der Bauern und wunderte sich darüber, daß diese schönen, ungewöhnlichen schwarzen Pferde ausschließlich zur Fleischerzeugung gezüchtet wurden. Da ihm auf seine Fragen über die Gründe dafür und nach der Vergangenheit der Rasse, keiner der Züchter befriedigende Antworten geben konnte, kaufte er einen Hengst, um auf diese Weise selbst der Sache auf den Grund zu gehen. Dieser Hengst, erwies sich als außergewöhnlich talentiertes, angenehmes Reitpferd, das sich problemlos in Gesellschaft anderer Hengste und auch Stuten reiten ließ und sogar die Gänge und Touren der Hohen Schule lernte. Zudem eignete er sich glänzend für die Beizjagd zum Pferd, bei der man auf der rechten Faust den Falken trägt.
Diese Eigenschaften machten Aurigi noch neugieriger auf die Geschichte der Rasse, der der Hengst angehörte. Aufgrund eingehender Forschungen gelang es ihm festzustellen, dass die Schlachtpferde der apulischen Bauern in gerader Linie auf die einst so gefeierten Neapolitaner zurückgingen. Dazu stellte er die These auf, dass der schwarze Neapolitaner von Le Murgie, der seit dem 15.Jahrhundert die dortige Zucht beherrscht hatte, möglicherweise noch ältere Wurzeln hatte und auf Pferde aus der Zeit des Hohenstaufen-Kaisers Friedrich II., 1194-1250, zurückginge.
Neben seiner Forschungen, hat Aurigi verschiedene Maßnahmen ergriffen, die Rasse wieder zu erwecken und ihr mittels strenger Selektion und anderer züchterischer Maßregeln ihren früheren Rang als Reitpferd zurückzugeben. Seit seiner Entdeckung ist das Pferd von Le Murgie vom Schlachttier zu einem hochgeschätzten Reitpferd avanciert.
Ausgehend von dem Bezirk von Le Murgie in der zu Apulien gehörenden Provinz Bari hat sich die Zucht auch über die angrenzende Umgebung ausgebreitet. Der Murgese wird betreut durch das Institut zur Förderung der Pferdezucht. Es besteht ein eigener Zuchtverband, „Allevatori dell´Asino di Martina Franca e del Cavallo delle Murge", mit Sitz in Martina Franca , wo jährlich im Dezember eine große Pferdeschau abgehalten wird mit Hengstprüfung und Prämiierungen.
Kreuzungsprodukte von Vollblut-Hengsten mit Murgeser-Stuten ergeben vorzügliche Sportpferdetypen vom hoher Leistungsbereitschaft, harter Konstitution und gefälligem Exterieur.
- Einsatz:
nicht nur, dass es innerhalb des Tourismus Verwendung findet, es dient auch als Reitpferd auf allen Ebenen des Sports bis hin zur Hohen Schule, aufgrund seines ruhiges Wesen, als Therapiepferd in der Hippotherapie und als geschätztes Kutschpferd.


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