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Eigentliche Chinchillas

Süß und charmant (weitere Namen: Wollmäuse)

Herkunft:Südamerika
Ursprung:Bennett, 1829
Lebensdauer:15 Jahre bis 22 Jahre (je nach Herkunft und Haltun
Nomenklatur:Chinchilla
Familie:Chinchillas (Chinchillidae)
Maße:21 bis 32 cm
Erhaltung der Art: bedrohtSozialverhalten: Herdentier
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Geschichte und Herkunft [ bearbeiten ]

Eigentliche Chinchillas (Chinchilla), meist einfach als Chinchillas oder Wollmäuse bezeichnet, stellen eine Gattung der meerschweinartigen Nagetiere dar, sie sind in den Steppen und Bergregionen Südamerikas beheimatet (z. B. Bolivien und Peru). Die Säuger lassen sich hier vor allem im südlichen Teil der Anden in 3.000 bis 5.000 Metern Höhe finden. Als spanische Pilger zu Beginn des 16. Jahrhunderts die Nager entdecken, wurden sie von ihnen nach den dort lebenden Chincha-Indianern benannt. Diese ernährten sich hauptsächlich von dem Fleisch der Tiere und nutzen das Fell für Kleidung. Schließlich entstand ein reger Handel zwischen Südamerika und Europa, welche die Pelze der Nager sehr schätzten.

Da dies fast zur Ausrottung führte, richtete man sogenannte Chinchillafarmen zur Pelztierzucht ein. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden dann erstmals lebendige Chinchillas nach Europa importiert um sie in Zoos auszustellen und um eigene Züchtungen vorzunehmen. Als Haustiere jedoch werden sie erst seit ca. 1980 gehalten und erfreuen sich seit dem einer immer größeren Beliebtheit.

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Äußeres Erscheinungsbild [ bearbeiten ]

Ausgewachsene Eigentliche Chinchillas haben eine Kopfrumpflänge von etwa 21 bis 32 cm. Der buschige Schwanz ist ca. 10 bis 20 cm lang und misst somit rund 1/3 der gesamten Körperlänge. Dieser wird benötigt um die Balance während des Springens und Laufens aufrecht zu erhalten, da sich die vorderen Gliedmaßen zurückgebildet und die hinteren zu Sprungbeinen entwickelt haben. Das grau-weiße Fell ist 1,5 bis 3,5 cm lang und schützt das Tier besonders gut vor Kälte. Da ein Chinchilla jedoch nicht in der Lage ist zu transpirieren (schwitzen), können hohe Temperaturen für das Tier gefährlich werden.

Die einzige Stelle am Körper des Nagers ohne Haare sind die 3 bis 8 cm langen Ohren. An dieser Stelle kann daher besonders gut Wärme abgegeben werden. Da die natürlichen Feinde wie bei fast allen Nagetieren Greifvögel sind, kann es dem Besitzer eines Eigentlichen Chinchillas durchaus passieren, dass es das Fell am Rücken abwirft und sich somit losreißt. Das Fell wächst dann aber wieder innerhalb von drei Monaten nach. Die Säuger wiegen meist zwischen 500 und 1.000 g und können im Durchschnitt ca. 18 bis 22 Jahre alt werden.

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Haltung [ bearbeiten ]

Die Grundfläche (B x T) für 2 Chinchillas darf auf keinen Fall kleiner sein als 1,2 m x 0,8 m – besser ist eine Breite von mindestens 1,5 bis 2 m. Die Höhe sollte 1,5 m nicht unterschreiten. Ideal wäre eine Unterkunft mit den Maßen 2m x 1m x 2m oder mehr. Groß genug kann das Gehege selbstverständlich nie sein.

Chinchillas sind im Gegensatz zu anderen Nagetieren relativ anspruchsvoll, dies betrifft sowohl ihren Anspruch auf ein ausreichendes Platzangebot als auch ihr Bedürfnis für Abwechslung und Beschäftigung.

Als Unterkunft eignen sich vor allem Eigenbauten, Volieren in geeigneter Größe findet man selten. Ein Zimmer nur für diese Nager ist natürlich ein absolutes Paradies und wird dem enormen Bewegungsdrang der Tiere gerecht. Ohne dieses ist der abendliche Auslauf, im gesicherten und zum kleinen „Spielplatz“ umfunktionierten Raum und stets unter Aufsicht, die tägliche Pflicht des Halters. Für die neugierigen und bewegungsfreudigen Chinchillas ist jede Auslaufminute ein Genuss – nichts ist vor ihnen sicher, alles wird erkundet. Nebenbei kann auf freiwilliger Basis Kontakt zum Halter geknüpft werden, die Bindung zwischen Mensch und Tier wird verstärkt.

In jedes Gehege gehören Einrichtungsgegenstände aus Naturmaterialien, die  das Lauf-, Spring-, Kletter-, Nage- und Versteckbedürfnis der Tiere befriedigt.

Dazu zählen Häuschen zum Schlafen und Verstecken aus Holz. In verschiedenen Höhen angebrachte Sitzbretter, bei hohen Käfigen können durchaus auch Zwischenetagen zum Einsatz kommen. Dickere Äste zum Springen und Klettern, gerne werden auch kleinere Zweige zum Nagen von den Tieren angenommen. Dem Ideenreichtum sind keine Grenzen gesetzt, Tunnel, Brücken und Platten aus Holz, Korke, Rinde, Pappe, Gras, Ziegel usw.

In einem Käfig sollten jedoch immer genügend Trinkmöglichkeiten und mehrere Futternäpfe für die Nager zur Verfügung stehen. Eine Heuraufe ist nicht unbedingt notwendig, das Heu sollte lediglich täglich frisch angeboten werden. Nur sehr wenige Heuraufen eignen sich für Chinchillas, da sie sich dort leicht ihre Gliedmaßen verletzen können.

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Pflege [ bearbeiten ]

Zur Fellpflege benötigen Chinchillas unbedingt eine Nager-sichere Badeschüssel (z. B. aus Keramik) gefüllt mit Chinchilla-sand. Diese muss den Tieren 24 Stunden am Tag zur Verfügung stehen. Mithilfe des „Sandbadens“ bauen die Tiere Stress ab und befreien zugleich ihr Fell von Schmutz, Feuchtigkeit und Fett.

Der meiste unter Chinchilla-sand verkaufte Sand ist der ungeeignete Quarzsand, er auf Dauer die Fellstruktur schädigt, hier ist entsprechend Vorsicht geboten. Für Chinchillas eignet sich nur Attapulgus oder Sepiolith – beides kein „Sand“, vielmehr ein gemahlenes Tonmineral. Der Tonmineralsand ist dunkler und grobkörniger als der Quarzsand. Verzichten sollte man auf Chinchilla-sand, auf dessen Verpackung nicht explizit erwähnt wird, dass es sich bei dem Produkt um ein Tonmineral handelt!

Das Gehege sollte je nach Größe alle 6–10 Tage komplett gereinigt werden, die Toilette(necken) mehrmals in der Woche. Täglich müssen Wasser und Futter vom Vortag entfernt und gegen Frisches ausgetauscht werden.

 
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Sozialverhalten [ bearbeiten ]

Chinchillas sind überaus soziale Tiere. Zum ihrem Glück benötigen sie mindestens einen Artgenossen. Leben sie alleine verkümmern sie körperlich und seelisch, sie entwickeln  Verhaltensstörungen wie z.B. das Fellfressen. Weder der Mensch noch ein artfremdes Tier ersetzt den Artgenossen, mit dem das Chinchilla liebevoll kuscheln, sich gegenseitig putzen, toben und sich unterhalten kann. Chinchillas, die sich mögen, pflegen häufigen Körperkontakt.

Gleichgeschlechtliche Tiere verstehen sich genauso gut wie verschiedengeschlechtliche. Anfängern ist zur Haltung eines gleichgeschlechtlichen Pärchens zu raten, am besten miteinander verwandter Tiere z.B. Wurfgeschwister. Hält man ein verschiedengeschlechtliches Paar oder eine gemischtgeschlechtliche Gruppe, sollte man den Bock unbedingt kastrieren lassen, um unkontrollierter Vermehrung aus dem Wege zu gehen. Im Tierschutz warten genug tolle, Chinchillas ohne Besitzer auf ein dauerhaftes Zuhause.

Chinchillas, die sich nicht kennen, müssen immer zuerst vergesellschaftet werden, weil sie sonst aufeinander los gehen und sich gar töten können — erkundigen Sie sich bei erfahrenen Haltern unbedingt wie die Zusammenführung fremder Tiere durchzuführen ist!

Die Kommunikation unter Chinchillas findet in Form von Laut-, Körper- und Duftsprache statt. Die Tiere sind von Natur aus sehr kommunikativ.

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Temperament [ bearbeiten ]

Die Nager sind vor allem in der Dämmerung und in der Nacht aktiv und sie sollten auf keinen Fall einzeln gehalten werden. Es empfiehlt sich eine Paar- oder Gruppenhaltung. Jedoch ist bei der Haltung von zwei männlichen Chinchillas Vorsicht geboten wenn im gleichen Raum auch Chinchillaweibchen gehalten werden.

Generell benötigen die Tiere am Anfang Zeit um sich einzugewöhnen und um sich mit der neuen Umgebung vertraut zu machen. Daher sollten im Käfig Versteckmöglichkeiten angeboten werden. Hektische Bewegungen oder laute Geräusche sollten vermieden werden. Hat der Nager erst einmal seinen Besitzer akzeptiert, zeigt sich das zutrauliche und anhängliche Wesen. Eigentliche Chinchillas sind allerdings auch sehr neugierig und interessiert an der Umgebung und benötigen daher Auslauf in der Wohnung. Somit eignen sich die Tiere, mit ein wenig Geduld des Besitzers, besonders gut als Haustiere für Berufstätige.

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Systematik [ bearbeiten ]

Es wird zwischen zwei verschiedenen Arten von Eigentlichen Chinchillas unterschieden. Zum Einen das Langschwanz-Chinchilla (Chinchilla lanigera) und zum Anderen das Kurzschwanz-Chinchilla (Chinchilla chinchilla).

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