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Deutsche Spitze

Ausgezeichneter Springer (weitere Namen: Spitz allemand, German Spitz, Spitz Alemán)

Herkunft:Deutschland
Ursprung:Bronzezeit
Lebensdauer:12 bis 15 Jahre
FCI:Nr. 97, Gr. 5, Sek. 4
Arbeitsprüfung:Ohne Arbeitsprüfung
Widerristhöhe:18 bis 55 cm
Gewicht:2 bis 25 kg
Übung: durchschnittlichKlima: kaltinnen/außen: innenPflege: braucht PflegeFutter: anspruchslosGröße: klein-mittelgroß
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Geschichte und Herkunft [ bearbeiten ]

Der Deutsche Spitz gilt als die älteste deutsche Hunderasse und dürfte zusammen mit dem Akita aus Japan und dem Basenji aus Zentralafrika zu den ältesten Hunderassen der Welt zählen. Seine Entstehung ist heute nicht mehr exakt zu belegen. Der Torfspitz, der stein- und bronzezeitliche Vorfahre unseres heutigen Spitzes, hatte bereits vor mindestens 6.000 Jahren – manche Forscher sehen den Beginn der Entwicklung bereits vor über 15.000 Jahren – den Weg zum Menschen gefunden. Auch war seine Verbreitung nicht auf Deutschland beschränkt.

Wolfsspitz
Der Wolfsspitz oder auch Keeshond genannt
Großspitz
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Der Großspitz
Mittelspitz
Der Mittelspitz
Kleinspitz
Der Kleinspitz
Zwergspitz
Der Zwergspitz oder Pomeranian
© Monika Heim

Aus der Bronzezeit sind selbstverständlich nur Knochenreste erhalten geblieben. Im wahrsten Sinne, begreifbare Belege für das Vorhandensein spitzähnlicher Hunde tauchten in Ägypten und Griechenland auf. 4.000 Jahre alt ist eine kleine ägyptische Skulptur, die einen Hund mit dem typischen Spitzaussehen zeigt: kleine, dreieckige, aufrecht getragene Ohren; spitzer Fang; buschige, über dem Rücken gerollt getragene Rute. Auch aus dem antiken Griechenland ist eine bemalte Amphore erhalten, die einen Hund mit den skizzierten Merkmalen zeigt.

Seine charakterlichen Eigenschaften als hervorragender Wachhund und seine Genügsamkeit machten ihn zum unentbehrlichen Helfer des Menschen über die Jahrhunderte und Jahrtausende. Man kann durchaus von einer Symbiose zwischen Mensch und Hund sprechen.

Auf einem Stich von F. Specht aus dem Jahre 1772 sind bereits zwei Varietäten Deutscher Spitze zu sehen, die man auch heute auf einer Hundeschau erleben kann. Im 19. Jahrhundert entdeckte man den weißen Spitz auch für die sogenannte feine Gesellschaft.

Jeder kennt natürlich auch den Spitz aus Wilhelm Buschs Buch „Max und Moritz“. Das Gesellschaftsspiel „Spitz, pass auf!“ aus den 1960er Jahren basierte auf den typischen Charaktereigenschaften dieser Hunde.

Doch heute führt diese Rasse eher ein Dasein am Rande der Hundewelt. Deutsche Schäferhunde, Dachshunde, Terrier, Golden Retriever, usw. haben ihm den Rang in der Käufergunst leider – oder sollte man sagen „Gott sei Dank“ – abgelaufen. Er ist nie zu einem Modehund geworden und das hat vielleicht sein Wesen erhalten.

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Äußeres Erscheinungsbild [ bearbeiten ]

Der Deutsche Spitz wird im Geltungsbereich der FCI in fünf Größenvarianten gezüchtet:

Fünf Größenvarianten und dazu die vielen Farben, machen den Deutschen Spitz zu einer Ausnahmeerscheinung bei den Rassenhunden. Trotzdem gibt es Verbindendes, Merkmale die man unverkennbar vom Wolfsspitz bis zum Zwergspitz findet. Da sind die kleinen dreieckigen Ohren, die aufrecht getragen werden und bei jedem Geräusch wie ein Radar reagieren. Da ist der quadratische Körperbau.

Da ist der fuchsähnliche Kopf mit den flinkem Augen und der mittellangen, spitzen Schnauze, die alles ergründen möchte, sei es ober- oder unterirdisch. Da sind die stämmigen, eher kurzen Läufe mit den kleinen, rundlichen Pfoten. Da ist das am ganzen Körper, mit Ausnahme des Kopfes und der Pfoten, üppige Fell, mit den allseits abstehenden Haaren, das zum Anfassen und Streicheln direkt herausfordert. Und nicht zuletzt ist da der buschige, über dem Rücken eingerollt getragene Schwanz oder, wie man unter Hundeleuten sagt: die Rute.

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Charakter, Eigenschaften und Verwendung [ bearbeiten ]

Genau, wie beim Aussehen schon beschrieben, sind auch die Charaktereigenschaften der „Deutschen Spitze“ teilweise unauslöschlich ins Gedächtnis vieler Leute eingebrannt. Dies sind beileibe keine guten Eigenschaften – größtenteils sind es leider negative Vorurteile. Lassen Sie uns gemeinsam versuchen, hier etwas objektiver heranzugehen

Kläffer oder noch schlimmer Mistkläffer ist ein solches Schimpfwort, dass auch zugleich eine Unart beschreiben soll. Doch woher kommt sie? Der Spitz war nie ein Jagdhund, der ruhig sein musste. Seine Aufgabe bestand immer darin über Hab und Gut zu Wachen. Dazu war das Gebell unerlässlich. Dass der Spitz früher häufig auf Bauernhöfen lebte, erklärt auch den „Mistkläffer“. Gerade vom warmen Misthaufen konnte er sein ganzes Reich überschauen und bei Gefahr Bescheid sagen. Durch konsequente Erziehung ist dem Spitz aber ein Zuviel dieser Jahrtausende alten Eigenschaft leicht abzugewöhnen.

Hackenbeißer ist auch so ein Ausdruck, der auf Hinterhältigkeit und Feigheit verweisen soll. Was hat es damit auf sich? Ein Rottweiler beispielsweise hat es leicht, sein Reich zu verteidigen. Allein durch die Körpergröße kann er beeindrucken. Das fehlt dem Spitz und so muss er eine andere Taktik anwenden, um zum Ziel zu gelangen. „Zwei Schritte vor und Einer zurück“ hieß seit jeher seine Vorgehensweise. Im Zweifel schnell zubeißen und direkt wieder in die Deckung. Dazu wurde durch Gebell um Unterstützung nachgesucht. Doch die Zeiten, als „Spitz“ noch an der Kette lag, sind zum Glück längst vorbei. Wie anders ein moderner Spitz heute sein kann, zeigt der Kleinspitz, der in aller Seelenruhe mit Frauchen die Geschäfte in ihrem Brautmodengeschäft führt.

Kleinspitz beim Fotoshooting im Brautmodengeschäft
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Kleinspitz beim Fotoshooting im Brautmodengeschäft
© Peggy Ansorge

Allerdings muss man zugeben, dass viele Spitze zwar ihren menschlichen Rudelführern treu ergeben, allen Fremden stehen sie eher reserviert gegenüber und es dauert eine Zeit, bis sie diese auch akzeptieren.

Gerade zu Kindern sind sie rücksichtsvoll und geduldig. Die beigefügten Bilder können das wirklich innige Verhältnis der Hunde mit den doch manchmal „nervigen“ Kindern nur andeutungsweise wiedergeben.

Vielleicht ist gerade bei der Familie mit Kindern eher eine größere Varietät zu bevorzugen, die auch schon einmal einen derberen Knuff vertragen kann. Ein Kind, das über einen Zwergspitz stolpert, könnte im schlimmsten Fall auch den Tot oder zumindest ein gebrochnes Rückrat des Hundes bedeuten.

Der fehlende Jagdtrieb ist eine weitere positive und in den Vordergrund zu stellende Eigenschaft. Um wie viel entspannter gestaltet sich der Ausflug mit dem Hund, wenn der Hund auch ohne Leine nicht hinter jedem Hasen, jedem Fasan herläuft und nur durch unermüdliches Rufen, wenn überhaupt, zur Rückkehr zu bewegen ist. Es ist nicht so, dass der Spitz überhaupt nicht an der Jagd interessiert sei; nur sieht er nach kurzer Zeit die Aussichtslosigkeit seiner Bemühungen selbst ein und kommt nach wenigen Metern zurück.

Gelehrigkeit ist eine weitere Eigenschaft. Hierunter darf aber nicht das oft zu sehende unermüdliche „Stöckchenwerfen“ verstanden werden. Auf solche Spiele stehen unsere Spitze überhaupt nicht. Abwechslung ist angesagt und das beim Spiel und auch beim Training. Kurze Einheiten, die nicht all zu oft hintereinander wiederholt werden dürfen, gefolgt von neuen Übungen bringen eher den gewünschten Erfolg. Mit dieser Devise lassen sich unsere Spitze erfolgreich zu Agility, Dogdancing und Obidience hinführen. Doch auch Begleithundeprüfung und die anschließende Ausbildung zum Such- und Rettungshund oder zum Therapiehund sind bei den großen Vertretern möglich. Der Kleinspitz hat sein Können schon oft im Zirkuszelt unter Beweis gestellt.

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Großspitzrüde beim Besuch im Kindergarten
© Elke Rietze-Sulzbacher

Wäre zum Abschluss noch die Pflegeleichtigkeit des Spitzes zu nennen. Immer wieder hört man den Ausspruch: „DER macht aber viel Arbeit. Wie oft muss DER den gebürstet werden - doch bestimmt jeden Tag? ...“ Um so erstaunter sind die Gesichter der Leute, wenn man darauf antwortet, dass ein Bürsten einmal pro Woche völlig ausreichend ist. Erstaunen und Ungläubigkeit steht ihnen ins Gesicht geschrieben. Wenn man ihnen dann auch noch erklärt, dass das Fell im Prinzip „selbstreinigend“ sei, können sie es gar nicht mehr glauben. Tatsache aber ist, dass ein Spitz nach einem Spaziergang bei Regenwetter durch die Felder zwar oberflächlich nass und schmutzig ist, das zweilagige Fell bewahrt ihn jedoch davor, nass bis auf die Haut zu werden. Der Effekt ist, dass er schnell wieder trocknet. Auch der Schmutz bleibt in der oberen Fellschicht haften. All zu viel davon, kann kurz mit einem feuchten Tuch entfernt werden. Der Rest fällt einfach von selbst da heraus, wo Spitz sein verdientes Schäfchen hält. Mit Handfeger und Kehrblech ist der Schmutz schnell beseitigt und der Hund wieder sauber.

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FCI Klassifikation [ bearbeiten ]

Fédération Cynologique Internationale Logo Gruppe
Sektion
Rassestandard
5
4
Nr. 97
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