Das Soayschaf ist eine primitive Form des gewöhnlichen Hausschafes (Ovis aries), sie stammen von einer Population von wilden Schafen auf der 1 km² großen Insel Soay im St.-Kilda-Archipel vor der schottischen Westküste ab. Unberührt von Kreuzungen und menschlichen Eingriffen, stellen sie ein genetisches Archiv der domestizierten Hausschafe der Jungsteinzeit dar, zudem zählen sie zu den Nordeuropäischen Kurzschwanz-Schafen. Soayschafe weisen sehr viele Ähnlichkeiten mit wilden Verwandten des Hausschafes auf, wie den mediterranen Mufflons und dem gehörnten Urial (oder Steppenschaf) aus Zentralasien.
Die Bezeichnung „Soya“ ist nordischen Ursprungs und bedeutet „Schafsinsel“, die Bezeichnung „St. Kilda Schaf“ bezieht sich übrigens nicht auf die Soayschafe, vielmehr ist damit eine andere kurzschwänzige Schafsrasse aus Nordeuropa gemeint, die Hebridean, obwohl diese gar nicht von dort stammen. Ihr genauer Ursprung ist nicht eindeutig geklärt, es ist unklar ob sie auf die während der Bronzezeit auf die Insel kamen, oder von Wikingern im 9. oder 10. Jahrhundert auf die Insel gebracht wurden. Sie sind um einiges kleiner als moderne domestizierte Schafe, dafür um ein vielfaches zäher. Sie sind außergewöhnlich agil und suchen Zuflucht in den Klippen wenn sie vor etwas Angst haben.
Im frühen 20. Jahrhundert wurden einige Soayschafe von ihrer Insel entwendet um exotische Schafsherden zu etablieren, wie die Kleinherde im „Park Soay“ in der Woburn Abbey (England) die vom Herzog von Bedford 1910 gegründet wurde, ausgewählt nach primitiven Charakteristiken. Einige Soayschafe wurden vom Marquis von Bute in den 1930er auf die Insel Hirta in Schottland umgesiedelt.



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