Seit zwei Jahrzehnten wird die Übertragung tierischer Organe auf den Menschen (Xenotransplantation) als große Verheißung der Gentechnik propagiert. Weil menschliche Organe Mangelware sind, und es nicht ausreichend Spender gibt, sollen genmanipulierte Schweine als Quelle dienen. Mit Hilfe der Gentechnik sollen die Tiere soweit manipuliert werden, dass die menschliche Körperabwehr die Herkunft der Organe nicht erkennt. Betroffen sind von diesen grausamen Versuchen nicht nur Schweine, sondern auch Affen und hunderttausende von Mäusen und Ratten. Und anders als die Wissenschaftler suggerieren, haben diese Tests bislang eher gezeigt, dass sich die menschliche Körperabwehr auch mit Hilfe der Gentechnik nicht überlisten lässt.
Hinzu kommt, dass Tier-Mensch-Übertragungen unabsehbare Risiken bergen. Wenn Organe eines Tieres in einen Menschen verpflanzt werden, überträgt man gleichzeitig auch tierische Krankheitserreger und macht sie zum Bestandteil des menschlichen Körpers. Als menschliche Krankheitserregern können sie dann weltumspannende Seuchen auslösen, ähnlich wie das auch bei der Vogelgrippe befürchtet wird.
„Statt weiterhin derartige Risiken einzugehen und die Tiere unnütz zu quälen, könnten längst andere Wege beschritten werden, um Patienten zu einem neuen Organ zu verhelfen“, erklärt Kolar. „Wenn mehr Menschen Organe spenden, können mehr kranke Menschen gerettet und zugleich Tiere vor grausamen Versuchen bewahrt werden. Während Unsummen in die risikoreiche und mit Tierleid verbundene Xenotransplantationsforschung gesteckt werden, fehlt es an Geld und Initiativen für eine Verbesserung der Organspendebereitschaft – hier muss sich etwas ändern“, so Kolar abschließend.

