Es ist der Klassiker: Das Kind wünscht sich ein Haustier. Ein ganz liebes, eins zum Knuddeln. Die Eltern schenken ihm ein Meerschweinchen. Und das ist eine gute Entscheidung. Denn Meerlis sind munter und gelehrig und ein toller Freund für Kinder. Sie werden recht schnell zahm, wenn man mit etwas Ruhe und Geduld vorgeht (hier sollten die Erwachsenen ihre Kinder an die Hand nehmen und anleiten), und man kann ihnen sogar kleine Kunststückchen beibringen - die putzigen Nager haben daran meistens viel Freude, da es eine willkommene Abwechslung zum Käfigdasein ist und sie ihren Freilauf genießen.
Ja, die Entscheidung war sicherlich nicht schlecht. Weniger gut war jedoch der Gedanke, nur ein Meerschweinchen zu kaufen. Denn: Meerlis brauchen Gesellschaft. Unbedingt und dringend. Ein Tier allein verkümmert, und wenn Ihr Euch noch so gut darum kümmert, mit ihm täglich viel spielt und kuschelt - es braucht dennoch mindestens einen Artgenossen.
Meerschweinchen sind schlau, und sie erkennen sich gegenseitig: Am Geruch und an den Lauten. Das haben sie von ihren wilden Vorfahren geerbt. Genauso wie die Gewohnheit, im Rudel zu sein. Denn in Mutter Natur leben die Nagetiere in Gruppen friedlich vereint zusammen, und genauso wollen es auch die domestizierten Wesen tun. Allein zum Eingewöhnen ist es für ein Meerli viel besser, wenn es mit einem (vertrauten) Partner einzieht. Forscher haben herausgefunden, dass die neue Umgebung den Nager dann deutlich weniger stresst. Ihr könnt sehr gut ein Pärchen miteinander vergesellschaften, also ein Weibchen und ein Männchen. Das Böckchen muss aber rechtzeitig kastriert werden (sprecht unbedingt mit Eurem Tierarzt), sonst stellt sich bald Nachwuchs in Eurem Käfig ein. Wer dieses Risiko nicht eingehen möchte, der nimmt ganz einfach zwei oder auch mehrere Weibchen, die stets sehr friedlich unter einem (Käfig-)Dach leben und sich in der Regel prima verstehen. Auch zwei Böckchen sind okay, jedoch braucht Ihr hier ein wirklich sehr großes Gehege, da sich die Männchen gerne zeitweise aus dem Weg gehen. Nicht vergesellschaften solltet Ihr mehrere Männchen, da diese zu Machtkämpfen neigen und sich eventuell nicht vertragen könnten. Nehmt, wenn Ihr ein ganzes Rudel halten möchtet, lieber Weibchen. Die Sache mit den Männchen kann gut gehen - muss aber nicht!
Übrigens gibt es in jedem Meerli-Rudel Tiere, die einen niedrigeren Rang haben und welche, die höher gestellt sind. Das ist in Ordnung so - so läuft nun mal die “Hausordnung” der Meerschweinchen. Da dies ein für alle mal geklärt ist, sind auch keine Kämpfe nötig, um sich stets neu beweisen zu müssen. So herrscht Frieden in der Gruppe, und die Tiere haben keinen Dauerstress.
Wenn Ihr zwei Meerschweinchen haltet und eines der Tiere stirbt, so solltet Ihr dem verbliebenen Nager bald wieder einen Partner zur Seite stellen, auch und gerade, wenn der “Hinterbliebene” sehr trauert. Ein jüngeres Tier lässt sich in der Regel recht leicht zu einem älteren Tier hinzugewöhnen, schon bald wird das ältere Tier den neuen Partner akzeptieren und sich freuen, wenn wieder Gesellschaft in den Käfig einzieht.
Übrigens liest man immer wieder von Kaninchen und Meerschweinchen, die friedlich vereint unter einem Dach leben. Das kann funktionieren .- in den meisten Fällen tut es das aber nicht. Deshalb solltet Ihr Euch für einen Artgenossen als Partner entscheiden und keinesfalls für ein Langohr. Denn mit einem Kaninchen klappt die Kommunikation nicht, und auch die Tagesabläufe sind anders. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel - aber besser ein Meerschweinchen zum Meerschweinchen nehmen!
| Weblinks: Alles Wissenswerte über Hausmeerschweinchen Kleintiervilla im Eigenbau |

