Nachdem im Vorfeld die Planung abgeschlossen worden ist und sich die gesamte Familie für bestimmte rassetypische Eigenschaften entschieden hat, kommt die wichtige Aufgabe einen kompetenten Züchter zu finden.
Auch wenn sich der zukünftige Hundebesitzer nicht für ein Rasse-Tier entscheidet, sollte der Welpen-Verkäufer gut ausgesucht werden. "Sehr wichtig ist es, das Mutter-Tier beziehungsweise falls möglich, die Eltern-Tiere anzuschauen", erklärt Landesveterinär Erik Schmid. Die Charakter-Eigenschaften der Eltern-Tiere oder eventuelle Krankheiten können wichtige Hinweise auf den Werdegang des Hundebabys geben.
Wurde der Welpe im Haus mit Familien-Anschluss aufgezogen oder lebte er isoliert im Stall? Ist das Tier entwurmt und geimpft? Und ganz entscheidend: Wie wurde der Welpe geprägt und sozialisiert? "Diese wichtigen Fragen sollten vom zukünftigen Hundebesitzer im Vorfeld genau abgeklärt werden!", rät der Landesveterinär.
Hunde werden als "Nesthocker" physisch und psychisch relativ unreif geboren. Welpen kommen nach etwa 63 Tagen Tragzeit blind, taub und völlig hilfl os zur Welt. Durch die gute Brutpflege der Mutter entwickelt sich das Urvertrauen beim Welpen. Ab dem etwa 20. Lebenstag beginnt die so genannte Prägephase. Das Hundebaby ist jetzt immer besser in der Lage seine Umwelt wahrzunehmen und kann mit entsprechendem Verhalten auf sie reagieren.
Da wird alles hemmungslos ausgetestet und von allen Seiten untersucht. Auf Geruch und Geschmack getestet. Vielleicht quietscht es ja, wenn man hineinbeißt. Auch Menschen scheinen besonders interessant.
Alles, was der Welpe in dieser Zeit erlebt, positiv wie negativ, prägt sich nahezu unauslöschlich in seinem Gehirn ein. Und umgekehrt hinterlassen auch fehlende Erfahrungen ihre Spuren.
Umweltreize dosieren
Die Umweltreize sollten richtig dosiert werden. Klein-Vierbeiner sollten während dieser Zeit möglichst viele Eindrücke gewinnen können. Wie fühlt sich ein Teppichboden oder ein Rasen an? Die Haustürglocke schrillt und es gibt auch noch einen Stubentiger als weiteres Haustier. Spazieren gehen an der Leine will erprobt sein und der Beißkorb tut auch nicht weh. Ach ja, da gibt es auch noch den "Onkel Doktor", der von Zeit zu Zeit besucht werden sollte. "Der Züchter ist dafür verantwortlich, dass der Hund in dieser Phase möglichst viele Erfahrungen mit verschiedenen Menschen, auch Kindern, Artgenossen und Umweltreizen macht", so Schmid. Werden Welpen bis zum Ende dieser Phase in einer wenig stimulierenden und damit auch frustrierenden Umgebung mit geringem Sozialkontakt aufgezogen (wie zum Beispiel in Zwingerhaltung), kann dies später zu Verhaltensstörungen führen. Auch sollte ein Hundebaby niemals vor der siebenten, besser zwischen der achten und zwölften Lebenswoche vermittelt werden.

