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Gemütlicher Salonlöwe oder scheues Reh

Wesen der Katze lässt sich in sechs Typen einteilen

Sonntag, 27. Januar 2008
Gemütlicher Salonlöwe oder scheues Reh

Wenn wir von unseren Samtpfoten sprechen, reden wir meistens ganz allgemein über "die Katze". Ganz im Gegensatz zum Hund, wo wir aufgrund der unterschiedlichen Größen und Rassen viel mehr differenzieren. Heißt das aber, dass sich alle Katzen nicht nur ähnlich schauen, sondern auch im Verhalten ähnlich sind? Das Wiener Institut für interdisziplinäre Erforschung der Mensch-Tier-Beziehung (IEMT) wollte das näher untersuchen und hat 250 heimische Katzenbesitzer zu den Eigenheiten ihrer Lieblinge befragt.

Für erfahrene Katzenbesitzer sicher keine Überraschung: Die sprichwörtlich eigenwillige Natur der Katze zeigt sich auch in sehr unterschiedlichen Wesenszügen und Verhaltensweisen. Sechs - zum Teil sehr gegensätzliche - Katzentypen haben sich bei der Befragung herausgebildet. Wenn Sie wissen wollen, welche das sind und zu welchem Typ Ihre Katze gehört - hier sind die Ergebnisse.

Der gemütliche Salonlöwe (29%)

Die größte Gruppe ist der "gemütliche Salonlöwe". Seine herausragenden und liebenswerten Eigenschaften: Er ist unkompliziert, schläft gerne und oft und bewegt sich nicht mehr als unbedingt notwendig (vor allem vom Schlafplatz zum Fressnapf und retour). Er schmust gerne, fordert hartnäckig Streicheleinheiten ein, ist anhänglich und Menschen gegenüber sehr zugänglich. Im Freien entfernt er sich meistens nicht sehr weit vom Haus.

Der lebhafte Abenteurer (22%)

Der "lebhafte Abenteurer" steht gerne im Mittelpunkt des Geschehens, ist temperamentvoll, sehr selbstständig und nicht leicht zu bändigen. Er liebt wilde und ausgelassene Spiele, treibt sich gerne im Freien herum und benötigt ein großes Revier. Nicht von ungefähr sprechen viele Besitzer einer solchen Katze auch von ihrem "Zimmertiger".

Die kapriziöse Schönheit (21%)

Die "kapriziöse Schönheit" ist launisch und eigensinnig, kann aber zu ausgewählten Menschen sehr liebevoll sein. Sie ist nicht gerne allein: Bleiben "ihre" Menschen länger aus, kann es schon sein, dass sie die Wohnung auf den Kopf stellt und Lieblingsplätze markiert. Ist sie mal nicht gut drauf, faucht und kratzt sie, wenn man sie nicht in Ruhe lässt. Fühlt sie sich vernachlässigt, reagiert sie beleidigt und zieht sich zurück. Sie "redet" viel und sagt lautstark, was sie will - kapriziös eben!

Das scheue Reh (8%)

Als Gast kann es einem schon passieren, dass man sie gar nicht zu Gesicht bekommt. Dieses Sensibelchen verschwindet beim kleinsten Geräusch unter dem Sofa. Freunde und Bekannte kennen sie hauptsächlich von Fotos, weil sie sich nicht zeigt, wenn Besuch da ist. Sie hat nur eine Bezugsperson, der sie zugeht, allen anderen Familienmitgliedern geht sie ebenfalls aus dem Weg. Sie frisst auch nur, wenn ihr keiner dabei zuschaut.

Der vergnügte Senior (17%)

Er schläft nun viel mehr als in jüngeren Jahren, ist zugleich auch schmusebedürftiger und anhänglicher. Seine Lieblingsplätze haben sich verändert, er liegt nur mehr dort, wo es warm ist (Heizkörper, Sonnenfenster etc). Er frisst jetzt lieber weicheres Futter, da er schon Probleme beim Beißen hat. Auch "redet" er mehr als früher - und das ist für uns Menschen nicht immer leicht zu verstehen.

Der alte Uhu (3%)

Aufgrund seines hohen Alters bewegt er sich so gut wie gar nicht mehr und schläft eigentlich den ganzen Tag, Er lässt sich auch nicht mehr zum Spielen aktivieren und will nur noch seine Ruhe haben. Manchmal faucht er, wenn sein Besitzer ihn anfasst, als ob ihm etwas weh täte, und er putzt sich auch nicht mehr so intensiv wie früher. Gehen Sie liebe- und verständnisvoll mit ihm um, schließlich hat er ihnen ein ganzes Katzenleben lang viel Freude bereitet.

So wie eine Katze ist, so bleibt sie

Wie jeder Katzenbesitzer weiß, ist die Persönlichkeit einer Katze sehr ausgeprägt und lässt sich nicht nach Belieben ändern. Kleine Korrekturen sind natürlich schon möglich, erfordern aber viel Geduld: So kann dem "scheuen Reh" allmählich ein wenig von seiner Scheu genommen werden.

Erwarten Sie aber nicht, dass es sich irgendwann in einen "Salonlöwen" oder "Partytiger" verwandelt. Somit gilt es, das zu tun, wozu man sich bei der Aufnahme einer Katze ohnehin "verpflichtet" hat: die Persönlichkeit der Katze zu respektieren und sie als eigenständige Mitbewohnerin zu behandeln.

Darauf haben sich übrigens auch die Katzenfutterhersteller längst eingestellt, denn mit "Einheitsbrei" lässt sich so ein Leckermaul nicht abspeisen: Katzennahrung gibt es daher in unzähligen verschiedenen Sorten und Geschmacksrichtungen, und es bedarf oft längeren Probierens, bis man das Richtige für den eigenen Liebling gefunden hat.

Wobei man nicht bloß auf den Geschmack, sondern auch auf die zum jeweiligen Katzentyp passende Zusammensetzung achten sollte. Hier empfiehlt es sich, die Hinweise auf der Verpackung zu lesen - sind doch manche Futtersorten speziell für ein bestimmtes Alter oder einen bestimmten Grad an Aktivität konzipiert. Diese kleine Mühe wird aber auch belohnt: Denn wer seine Katze mit "perfekt passender" Nahrung versorgt, wird sich nicht nur intensiver, sondern auch länger an ihrem zufriedenen Schnurren erfreuen können.


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