Irgendwann kommt bei jedem Kind einmal die Frage: „Mama, Papa – kann ich ein Haustier haben?“ Sehr häufig willigen die genervten Eltern nach unzähligen Versprechungen dann auch ein.
Doch die Anschaffung eines Haustieres sollte gründlich überlegt sein. Tiere sind kein Spielzeug, das man nach kurzer Zeit achtlos in die Ecke wirft, sondern eine wichtige Aufgabe über Jahre hinweg. Ist dann nicht doch ein „elektronisches Haustier“, wie „Furby“, „NintenDog“ und Co., besser geeignet?
Haustiere haben, bedeutet Verantwortung übernehmen
Tiere bestimmen einen großen Teil des Alltags. Erziehung, Pflege und Aufmerksamkeit schenken kosten täglich viel Zeit. Gerade bei kleinen Kindern lässt die anfängliche Euphorie ziemlich schnell nach und die unter Eid beteuerten Versprechen, regelmäßig Gassi zu gehen, den Käfig sauber zu machen oder Haare aufzusaugen sind bald vergessen.
Die Anschaffung eines Haustieres kann viel Geld kosten. Dazu kommen noch die Ausgaben für das Futter, den Schlafplatz und Spielzeug und nicht zu vergessen die Tierarztkosten.
Einige Haustiere, gerade für Kinder gern genommene Kleintiere wie Hamster oder Kaninchen, werden nicht alt. Wenn sie sterben, kann die Trauer über den Verlust sehr dramatisch sein. Bei Hunden oder Katzen, die eine wesentlich höhere Lebenserwartung haben, tritt ein anderes Problem auf – die Kinder werden zu alt. Spätestens mit der Pubertät entwickeln die Kleinen häufig ganz andere Interessen und von einer Party auf die nächste zu gehen, wird auf einmal als viel toller empfunden, als z.B. den Hund auszuführen. Nicht selten bleibt die Arbeit dann bei den Eltern liegen, die auch nicht immer genügend Zeit aufbringen können.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass sehr viele Menschen an Tierhaarallergien leiden. Das alltägliche Leben und der Umgang mit dem Tier entwickelt sich dann zu einer konsequenten Belastung.
„Elektronische Haustiere“ - gleicher Spaß, keine Arbeit
Als Alternative zu echten tierischen Gefährten werden „elektronische Haustiere“ angeboten, von denen es inzwischen schon eine Menge Varianten gibt. Egal ob es sich hierbei um eine Interaktion mit dem Display, wie bei den „Tamagotchis“ oder dem Spiel „NintenDogs“, oder mit „Robotern“, wie dem „Furby“ oder „Aibo“, handelt, eines ist immer gleich: Das Spielzeug hat die Vorteile eines echten Tieres, aber keine Verantwortung.
Sie sehen kuschelig und niedlich aus und haben das gleiche Verhalten und die selben Bedürfnisse, wie ihre lebenden Ebenbilder. Die Kinder kümmern sich um sie, indem sie ihr Haustier füttern, mit ihm spielen und es pflegen. Je nachdem um welches Spielzeug es sich handelt, reagiert es dementsprechend auf diese Interaktion und entwickelt sich weiter.
Die Technik ist heutzutage auch schon so weit, dass dies noch nicht einmal mehr unnatürlich aussieht, sondern sehr real und naturgetreu gestaltet ist.
Außerdem: Tierhaarallergien, das Putzen und sauber machen, Tierarztbesuche und sonstige Unannehmlichkeiten können getrost vergessen werden, weil das bei den elektronischen Spielgefährten einfach nicht notwendig ist.
„Heute hab' ich keine Lust!“
Der größte Vorteil dieser Haustiere ist gleichzeitig aber auch ihr größter Nachteil. Roboter und Spielekonsolen können nach Belieben an und ausgeschaltet werden. Wenn also die Lust am Spielen und an der Beschäftigung mit dem Tier vergangen ist, wird ganz einfach der Off-Knopf gedrückt. Selbst wenn teilweise erst nach Tagen oder Wochen wieder eingeschaltet wird, macht das dem elektronischen Haustier nichts aus – für ein Echtes hätte das fatale Folgen, wenn sich niemand darum kümmert...
Und was ist mit dem sozialen Faktor? Kinder, die (echte) Tiere besitzen sind aktiver, weniger einsam und isoliert und lernen nebenbei Verantwortung zu übernehmen. Problemkinder werden oft ruhiger und ausgeglichener. So mancher „Stubenhocker“ wird durch das Gassigehen oder Herumtollen mit seinem Hund zu einem Naturliebhaber. Besonders für Stadtkinder sind Haustiere oft der einzige Bezug zur Natur. Dieser positive Effekt kann mit einem elektronischem Haustier nicht erreicht werden kann, da das Verlassen des Hauses dafür einfach nicht notwenig ist.
Kein Ersatz für echte Tiere
Diese Spielzeuge sind dafür gedacht Kindern für eine gewissen Zeit einen Partner zur Verfügung zu stellen, damit sie nicht alleine sind. Oder aber auch um mit anderen „Haustierhaltern“ in Kontakt zu kommen. Das mag ja recht gut gelingen. Ein echtes Haustier und die Erfahrungen damit zu ersetzen, sind sie jedoch alle zusammen nicht in Stande und sollten deshalb auch nicht als „Haustierersatz“ bzw. Alternative betrachtet werden. (TW)
Siehe auch: Welches Tier für mein Kind?
"Furby" als Haustierersatz?

