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Der Alltag mit Hund

Was zukünftige Hundehalter bedenken sollten

Montag, 01. September 2008
Autor: Mona Ottner
Der Alltag mit Hund
sxc.hu

Der Wunsch nach einem Hund ist bei vielen Menschen sehr groß. Doch die Vorstellungen stehen meist im Gegensatz zu dem, was es wirklich heißt einen Hund in der Familie zu haben.

Vor der Anschaffung gilt es gewisse Dinge zu berücksichtigen und abzuwägen, erst danach sollte die Entscheidung ob nun die Anschaffung eines Hundes tragbar ist oder nicht gefällt werden. Wir wollen versuchen an dieser Stelle einen kurzen Überblick, eine Art Checkliste, erstellen und die Überlegungen die es gilt vor der Anschaffung eines Hundes zu überdenken. Dabei wollen wir auch die Pros und Contras des Zusammenlebens mit einem Hund, respektive Haustier, auflisten.

• Kosten
Zur Berechnung der Kosten eines Hundes werden meist nur Futter und Zubehöre eingerechnet, es gilt jedoch um einiges mehr zu berücksichtigen. So fallen neben Futter und Zubehör noch die Hundesteuer, Versicherung, Tierarztbesuche (auch über Impfungen und Entwurmung hinaus) und die Kosten für den Besuch einer Hundeschule an. Diese Kosten variieren zusätzlich noch, abhängig von der Größe des Hundes, meist haben zukünftige Hundebesitzer schon eine Vorstellung davon ob es nun ein kleiner, mittlerer oder großer Hund werden soll. Hier gilt es sich nun über die anfallenden Kosten genauer zu informieren, sehr gut geeignet sind natürlich Freunde und Verwandte die möglicherweise selbst schon einen Hund haben, sollte dies nicht der Fall sein bietet sich das vivatier Forum an, dort kann sich der Interessierte von vielen verschiedenen Hundebesitzern Tipps und Kostenschätzungen einholen, meist sogar rassespezifisch.

• Futter
Es gilt sich schon vorher über die Art wie gefüttert wird zu informieren. Es sollte auf keinen Fall am falschen Ende gespart werden, denn das Futter ist ein entscheidender Faktor ob der Hund gesund bleibt und ist oder eben nicht. Hier gilt in der Regel: "Billig ist billig". Jedoch bedeutet teures Futter noch lange nicht, dass es von hoher Qualität ist. Es gibt auch alternative Ernährungsmöglichkeiten zum normalen Futter aus dem Supermarkt. BARF Ernährung findet immer mehr Anhänger bei Hundefreunden, da diese Ernährungsform der ursprünglichen, natürlichen Ernährung der Hunde in freier Wildbahn am nächsten kommt. Für mehr Informationen lest euch bitte meinen anderen Artikel durch: Was ist BARF?

• Zeitaufwand
Der Zeitaufwand einen Hund zu halten, besser gesagt ihn zu beschäftigen, wird sehr oft stark unterschätzt und plötzlich muss der Hund aus Zeitgründen wieder abgegeben werden. Es ist ein alles entscheidender Faktor, dass die Überlegung ob du die Zeit hast dich mit dem Hund abzugeben hast oder nicht deshalb lange vor der Anschaffung schon abklärst, denn er ist kein Gegenstand ohne Bedürfnisse! Ein Hund benötigt täglich Auslauf, mit 3 mal 10 Minuten täglich ist dieses Verlangen jedoch noch lange nicht gestillt. Das was für den Hund aufregend und interessant ist spielt sich außerhalb der Wohnung ab. Deshalb ist es auch schwierig hier eine pauschale Zeitangabe zu machen, je nach Charakter und Rasse kann dies sehr stark variieren. Fakt ist jedoch, dass die Hundeschule Zeit in Anspruch nimmt, auch zuhause will geübt werden und das nach Möglichkeit täglich. Weiters müssen Spaziergänge und eventuelle Auto beziehungsweise Busfahrten um neue Strecken mit dem Hund zu erkunden eingeplant werden. Je nach Rasse kommt auch die Fellpflege dazu. Sehr wichtig sind auch Zeiträume in denen der Hund Zeit mit dir verbringen kann: kuscheln, streicheln und zusammen Faulenzen - dies kann natürlich oftmals sehr gut mit der Fellpflege verbunden werden. Du bist das Rudel, dein Hund erwartet sich diese Aufmerksamkeit!

• Gassis
Gassis machen nicht immer Spaß, angenommen du kommst just von der Spätschicht nach Hause und dein vierbeiniger Freund kommt schon schwanzwedelnd dir entgegen, als wolle er sagen: "Juhu, endlich bist du zuhause, was unternehmen wir jetzt?" Dann müssen die eigenen Bedürfnisse zurückstecken, denn der Hund war wahrscheinlich ein paar Stunden ganz alleine, ist ausgeruht und freut sich, dass "Cheffe" wieder da ist. Er will Zeit mit dir verbringen, also schnappst du dir die Leine und musst trotz der Spätschicht etwas lustiges und interessantes mit ihm unternehmen.
Aber auch früh Morgens, selbst bei Temperaturen jenseits der -15°C und Eisregen, will der Hund sein Geschäft verrichten. Hier gilt es schon vor den ersten Schneeflocken vorzusorgen, besorg dir eine gute Winterausrüstung, denn du kommst nicht drum herum. Es mag sein, dass alleinig die Vorstellung man müsse an einem eisigen Wintertag, früh Morgens, kaum aus dem Bett gefallen eine Runde, sei es auch nur eine Kurze, mit dem Hund zu gehen nicht angenehm ist, doch es muss sein, denn auch das zählt zum Leben mit Hund dazu und für den vierbeinigen Liebling gibt es nichts schöneres. Das Strahlen der Augen des Hundes wird dich entlohnen, das ist sicher!

• Soziale Kontakte
Hunde brauchen Artgenossen um glücklich zu werden, deshalb ist es empfehlenswert die umfangreichen Angebote die es bei Hundeschulen gibt, oftmals in Form einer Spielstunde, zu besuchen. Auch besteht natürlich die Möglichkeit sich in der Nachbarschaft mit anderen Hundebesitzern zu treffen und eine Art "Hundeclique" zu bilden, oder (meist nur in Städten und Ballungsgebieten möglich) über das Internet sich mit anderen Hundbesitzern ein gemeinsames Hundetreffen zu arrangieren. Besonders bei Hunden die einzeln gehalten werden ist eine solche Möglichkeit des Kontaktes mit Artgenossen unabdinglich. Einzeln gehaltene Hunde kommen gut in der Familie klar, doch gerade diese Hunde benötigen regelmäßig Hundebegegnungen, dabei sind zwei Minuten beim Spaziergang jedoch nicht gemeint. Das Toben und Spielen mit anderen Hunden stärkt sein soziales Verhalten und lastet ihn aus, es sorgt für eine Art Ausgleich in seinem Leben.

• Erziehung
Viele Hunde kommen ohne Erziehung in ihr neues zuhause, haben oftmals "Macken" (wie wir Menschen eben auch), die im neuen zuhause möglicherweise nicht erwünscht sind, oder haben Probleme mit Artgenossen, bestimmten Menschen, Fremden, und so weiter, und so weiter. Die Liste kann beliebig weitergeführt werden woran an und mit einem Hund unter Umständen gearbeitet werden kann oder möglicherweise sogar muss. Du brauchst für die Erziehung eines Hundes sehr viel Geduld, Liebe, Ausdauer und vor allem Konsequenz! Ein Hund ist nicht in zwei Wochen erzogen, weder ein Welpe, noch ein ausgewachsender Hund. Beachtet in diesem Zusammenhang auch meinen Artikel: Der Hund aus dem Tierschutzheim...

• Unternehmungen mit dem Hund
Dein vierbeiniger Freund braucht Abwechslung im Leben, wie wir Menschen auch, du musst hierbei das Rad nicht einmal neu erfinden, greife zurück auf viele lustige und interessante Ideen, lass dich von anderen Hundebesitzern inspirieren und unternemmt auch auf jeden Fall gemeinsam etwas. Die Ideen sind vielseitig! Du solltest euer gemeinsames Leben wie ein ständiges Abenteuer gestalten. Ideen zu Unternehmungen mit deinem Freund kannst du dir - wie gesagt - von anderen Hundebesitzern in der Hundeschule oder auch im vivatier Forum einholen.

• Der Tierarzt
Auch der Tierarzt ist ein wichtiger Bestandteil in einer Hund-Mensch Wohngemeinschaft. Sei es nun lediglich eine Impfung oder das Ziehen einer Zecke, die du selbst nicht entfernt bekommst, oder ein kleines Wehwehchen. Natürlich hoffen wir alle, dass alle Hunde nur Kleinigkeiten beim Tierarzt erdulden müssen. Doch leider ist das oft nicht der Fall. Unglücklich Unfälle mit gebrochenen Beinen, Tumore, Nierenschwäche, Leberschwäche,... die Liste ist lang und voll mit großen (und somit auch teuren) Eingriffen. Du solltest dir von vornherein bewußt machen, dass der Gang zum Tierarzt nicht ausbleibt, mache dir deshalb auch vor der Anschaffung eines Hundes schon Gedanken darüber ob du teure Operationen bezahlen kannst und überhaupt willst.

• Der letzte Weg...
Auch dieser zählt zu den Bürden die bei einem Leben mit einem Tier zu tragen sind dazu. Der letzte Weg ist sehr schmerzhaft, doch auch dieses Thema sollte zuvor schon bedacht werden, bist du bereit auch diesen Weg mit deinem vierbeinigen Freund zu gehen, kannst du es verkraften?

Natürlich ist auch diese Liste noch erweiterbar, doch dies sind die Grundgedanken die durchdacht werden sollten bevor der Hund ins eigene Heim kommt. Solltest du noch Fragen zu diesem Thema haben, so hast du natürlich die Möglichkeit bestehende Hundebesitzer zu befragen oder einfach bei uns im Forum.

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